Sind alle Theorien – wie zB Erkenntnistheorien – etwas Erfundenes?

Der folgende Dialog orientiert sich an einer realen Diskussion mit dem User sw, im Philosophie Forum : Sein Wahrheit und Wirklichkeit:

sw: Eine Theorie – auch eine Erkenntnistheorie – ist ein ‚Konstrukt‘.
Also etwas, das man sich selbst geschaffen hat.
Etwas ‚Erfundenes‘.
Etwas, das man sich selbst zusammengereimt hat.

Mulmi: Dass Theorien – wie zB Erkenntnistheorien – immer etwas Erfundenes sind, das man sich selbst gleichsam zusammenreimt, ist unzutreffend!
DENN: Wahrnehmung ist in erster Linie eine Fähigkeit bzw ein Instrument, das Lebewesen dazu dient sich in der/ einer Lebenswirklichkeit zu orientieren – um beispielsweise sich in ihr erfolgreich fortzubewegen, um Beute zu finden, oder um potentiellen Feinden aus dem Weg zu gehen.
Sich allerdings in einer Lebenwirklichkeit erfolgreich orientieren zu können, setzt ihrerseits die Fähigkeit des Erkennens voraus.
Und wer, was auch immer erkennt, beurteilt das von ihm Erkannte.
Doch: Um etwas erfolgreich beurteilen zu können, bedarf es regelmäßig eines bestimmten Urteil-Maßstabes – und damit, einer bestimmten Erkenntnistheorie -, um sich in seinem Urteil(en) orientieren zu können.

Jede Art des Wahrnehmens, setzt somit die Fähigkeit des Erkennens, des Urteilens UND das Vorhandensein einer bestimmten Erkenntnistheorie voraus!
Und daher verfügt JEDES wahrnehmende Lebewesen, von Geburt an, über die Fähigkeit des Erkennens, des Urteilens UND über eine entsprechende Erkenntnistheorie.

Nur deshalb, da zB ein Gnu-Kalb, von Geburt an, über eine entsprechende Erkenntnistheorie verfügt, ist es bereits wenige Minuten nach seiner Geburt dazu in der Lage zu erkennen, zwischen potentiellen Feinden und Freunden zu unterscheiden, und flieht ganz selbstverständlich beispielsweise vor Hyänen, und folgt, ebenso selbstverständlich, seiner Mutter und der Herde.

Es ist daher, grundsätzlich, zwischen 2 Arten von Erkenntnistheorien zu unterscheiden:
Und zwar: Zwischen angeborenen Erkenntnistheorien, mit welchen ALLE wahrnehmenden Lebewesen geboren werden, UND, zwischen erlernten Erkenntnistheorien, die eine kulturelle Errungenschaft darstellen, und die – wie du richtig festgestellt hast – eine Erfindung intelligenter Wesen sind.

Info: http://members.chello.at/norbert.plankenauer/wirklichkeit/erkenntnistheorie/beweise4.htm#beweis-erkentnistheorie33

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Jeder, der eine Theorie ‚künstlich‘ erstellt, bedient sich dabei einer bereits (vorher) vorhandenen Theorie

Ohne eine bereits (vorher) vorhandene Theorie, kann es eine nachfolgende, ‚künstlich‘ erstellte Theorie nicht geben!
DENN: Jeder, der eine Theorie ‚künstlich‘ erstellt, bedient sich dabei einer bestimmten, für ihn bereits vorhandenen, Theorie!

Oder: Anders ausgedrückt:

Jede ‚künstlich‘ erstellte Theorie, wird von einer anderen, vor ihr bereits vorhandenen Theorie begründet, und, mit ihrer Hilfe konstruiert!

Ist all unser Wissen Theorie?

Frage: Es wird immer wieder gesagt und darauf hingewiesen, dass all unser Wissen nichts weiter sei als als eine Ansammlung von Theorien.
Stimmt das?

Antwort: Nein, es ist nicht zutreffend, dass ALL unser Wissen Theorie ist!
DENN: Theorien sind allgemein, intellektuelle Interpretationen von Wirklichkeit, und, um Interpretationen (überhaupt) erstellen zu können, bedarf es zuallererst Fakten, Daten – und damit Wissen – ÜBER die zu interpretierende Wirklichkeit.

Und erst dann, wenn man über die notwendigen Fakten, Daten, und damit über das notwendige Wissen, ÜBER jene Wirklichkeit, die intellektuell interpretiert werden soll, verfügt, ist es möglich, ÜBER diese Wirklichkeit – von der man bereits einiges weiß -, die unterschiedlichsten Annahmen und Theorien zu entwickeln.

‚Über etwas, das man absolut nicht kennt, kann man absolut nichts aussagen!‘

Und da bereits vorhandenes Wissen die notwendige Voraussetzung für JEDE Theoriebildung ist, hat dies zur logischen Konsequenz, dass ALLE Theorien, in ihrem letzten Grunde, eine Form von Wissen zu Voraussetzung haben, DIE SELBST keine Theorie ist!

Theorie bzw theoretisches-Wissen, hat somit, im seinem letzten Grunde, IMMER (AUCH) nicht-theoretisches Wissen zur Voraussetzung!